Ich habe eine ziemlich einfache Regel: Wenn ich etwas wirklich gerne mag, möchte ich es möglichst lange behalten.mDas gilt für meine Kleidung – und ganz besonders für meine Schuhe. Meine Lieblingsschuhe wandern deshalb nicht in den Müll, nur weil die Sohle durchgelaufen oder der Absatz nicht mehr ganz so schön ist. Sie wandern zum Schuster.Neue Sohle, neuer Absatz, ein bisschen Pflege – und plötzlich sehen Schuhe, die schon viele Kilometer hinter sich haben, wieder richtig gut aus. Und ich muss mich nicht von einem Paar trennen, das bequem ist, zu mir passt und bei dem ich morgens nicht überlegen muss, ob es zum Outfit funktioniert.
Für mich macht genau das nachhaltigen Konsum einfach: Ich kaufe Dinge, die ich wirklich mag, und behalte sie lange. Ich muss nicht ständig nach etwas Neuem suchen und habe mit der Zeit einen Kleiderschrank voller Sachen, von denen ich weiß, dass ich sie gerne trage.
Und ganz nebenbei ist Reparieren ziemlich nachhaltig. Für jedes neue Paar Schuhe werden Materialien, Energie und Wasser benötigt, es muss produziert, verpackt und transportiert werden. Je länger wir ein vorhandenes Paar tragen, desto besser nutzen wir all die Ressourcen, die bereits darin stecken.
Natürlich lässt sich nicht jeder Schuh retten. Aber erstaunlich oft ist das vermeintliche Ende eines Lieblingspaares einfach nur eine abgelaufene Sohle. Also: erst zum Schuster, dann über neue Schuhe nachdenken. Das Beste daran? Meine Lieblingsschuhe bleiben meine Lieblingsschuhe und irgendwann sind sie diese tollen Vintage-Stücke, die jeder haben will.
