Bei der COS Show während der New York Fashion Week sorgten PETA-Aktivist für Aufsehen. Sie betraten den Laufsteg und hielten Schilder mit der Botschaft „Sheep Beaten and Bloodied for Wool. Don’t Buy It“ hoch. Damit wollten sie auf Tierleid in der Wollproduktion aufmerksam machen. Dass Protestierende eine Modenschau stören und den Laufsteg betreten, kann man durchaus kritisch sehen. Was danach passierte, finde ich allerdings noch problematischer. Steven Kolb, CEO des Council of Fashion Designers of America (CFDA), griff persönlich ein und ging dabei körperlich gegen die Aktivist vor. Für mich war diese Reaktion eindeutig unverhältnismäßig.Bei einer Veranstaltung dieser Größenordnung gibt es Sicherheitspersonal, das genau für solche Situationen zuständig ist. Eine Person in einer derart verantwortungsvollen Position sollte meiner Meinung nach nicht selbst körperlich eingreifen – unabhängig davon, wie störend oder provokant eine Protestaktion empfunden wird.
Kolb hat sein Verhalten inzwischen selbst als unangemessen bezeichnet und erklärt, dass er die Situation dem Sicherheitspersonal hätte überlassen sollen. Und seine Entschuldigung war wirklich lahm.
Gerade eine Modebranche, die zunehmend über Nachhaltigkeit, Verantwortung und gesellschaftliche Werte spricht, sollte sich fragen, wie sie mit Kritik und Protest umgehen möchte. Man muss die Methoden von PETA nicht gutheißen, um ihre Anliegen diskutieren zu können. Für mich bleibt deshalb vor allem eines hängen: Protest darf kritisiert werden. Die Reaktion darauf muss aber verhältnismäßig bleiben.
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